| Meine Sprache, Deine Sprache… |
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Wenn es mit der Verständigung hapert....
So passiert im letzten Monat. Ein Stadtrat aus Ondara wurde von der Guardia Civil angehalten, weil er keinen Gurt beim Autofahren trug. Das ist auch hierzulande nicht erlaubt und wird mit einer saftigen Geldbuße bestraft. Nun, wer ist schon erfreut, wenn ihm so was passiert. Der Stadtrat wandte sich jedenfalls an einen Bekannten, der zufällig gerade vorbeikam und sagte im auf valenzianisch: "Mich hamse beim Fahren ohne Gurt erwischt". Dieser Kommentar veranlasste den Polizisten zur der Frage (im besten hochspanisch) "Haben Sie irgendein Problem?". Daraufhin antwortete der genervte Stadtrat in valenciano. Das wiederum erzeugte weiteren Ärger bei den Agenten. "Wir sind in Spanien, also haben Sie die Verpflichtung, mit mir spanisch zu sprechen", brauste der eine Polizist gleich auf. Dann marschierten die beiden Beamten zu ihrem Einsatzwagen, um das Bußgeldheft zu zücken. Hinterher versicherte der Stadtrat, die Beiden hätten ihn auf diesem Weg beschimpft und ihn als "cateto" (Bauerntölpel) betitelt. So was hört ein Stadtrat über sich bestimmt nicht gern. Aber das war noch nicht das Ende der Affäre. Beim Zurückkommen der Guardia Civil hieß es nämlich auf einmal "Du hast dir ein Problem geschaffen" und das Auto wurde nun erstmal ausgiebig und erschöpfend durchsucht. Selbst der Kinderstuhl der Tochter wurde ausgebaut, um zu überprüfen, ob dieser tatsächlich amtlich zugelassen sei. Und dann fanden die Beamten tatsächlich noch was. Die Empörung des Stadtrats wuchs ins Unermessliche, als die Agenten ihm eine Geldbuße von 1.500 Euro auferlegten, weil er keinen beglaubigten Zahlungsbeleg für die Versicherung vorlegen könne. Die Beteuerungen des Stadtrats, er habe deshalb keinen Bankbeleg, weil er nicht über die Bank bezahlt habe, nutzten nichts. Selbst als der Versicherungsvertreter hinzugezogen wurde, und der die Aussage des Stadtrats bestätigte, gingen die Polizisten in keiner Weise darauf ein und ließen sich nicht umstimmen. Die Geldstrafe blieb bestehen. Das alles blieb nicht geheim, der Stadtrat wandte sich an die Presse und in einigen spanischen Zeitungen wurde über den Vorfall berichtet. Das veranlasste die Berufsvereinigung der Guardia Civil (AUGC) sich in die Angelegenheit einzuschalten. So hieß es, die Beamten hätten lediglich ihre Pflicht getan und ein Verkehrsvergehen mit einer Geldbuße belegt. Man müsse Verständnis dafür aufbringen, dass gerade während der Sommersaison die Guardia Civil in unterschiedlichen Regionen Spaniens eingesetzt werde und darum nicht jede "Landessprache" sprechen und verstehen könne. Durch die Vermittlung der AUGC kam es zu einem Treffen, einer Entschuldigung und letztendlichen Aussöhnung der Betroffenen. Der Stadtrat erklärte sich auch bereit, sein "berechtigtes" Knöllchen unverzüglich zu bezahlen. Alles Friede, Freude, Eierkuchen, auch wenn die Geschichte eine Zeitlang die Gemüter der Politiker bewegt hat, weil natürlich jedem das Recht zusteht, in seiner Sprache zu sprechen, in dem Fall eben "valenciano". Sicher, aber dient eigentlich Sprache nicht in erster Linie dazu, dass man sich eben gegenseitig versteht. Es macht doch wohl kaum Sinn, wenn jeder nur für sich spricht, oder? |

Leserbriefe 


Das wir Ausländer manchmal schwere Verständigungsschwierigkeiten mit den Spaniern haben, ist ja wohl leicht nachvollziehbar. Aber was passiert, wenn die Spanier sich untereinander auch nicht so recht verstehen und es dadurch zu "Missverständnissen" und "Streit" kommt? Kann leicht passieren im Land Valencia, - oder auch in Katalonien, auf Mallorca oder in Galizien -. Jede der autonomen Regionen hat nämlich ihre eigene "Sprache" und die unterscheidet sich von dem hochspanischen "castellano".

