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Fantastische Höhlenwelten Drucken E-Mail
Die Höhlen im Hinterland von Alicante hinterlassen tiefe Eindrücke

 Ein Ausflug zu den Höhlen im Hinterland der Costa Blanca in der Provinz Alicante lohnt sich. Abseits vom Trubel des hektischen Strandlebens findet der Besucher neben angenehmen Temperaturen Stille und Beschaulichkeit. Beim Rückblick in die prähistorische Vergangenheit sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

 

In der Provinz Alicante sind drei Interessante Höhlen zu finden:

Cueva de las Calaveras

Um die Totenkopfhöhle bei Benidoleig haben sich viele Legenden gebildet.

 Mit Ausmaßen von knapp 300 Meter Länge und lediglich bis zu 50 Meter Höhe zählt die "Cueva de las Calaveras" bei Benidoleig nicht zu den größten Höhlen an der Costa Blanca. Eine Besichtigung lohnt sich dennoch. Wahre Historie und Legenden spinnen sich um diesen Ort, der schon in prähistorischer Zeit vor mehr als 100.000 Jahren den Steinzeitmenschen als Zuflucht diente. Knochenfunde von zwölf menschlichen Skeletten gaben der Höhle ihren Namen: "Totenkopfhöhle".

 

 Funde von Steinwerkzeugen und Knochenresten großer Säugetiere liefern den Beweis, dass der Ort bereits vor 100.000 Jahren im Paläolithikum (Altsteinzeit) den Menschen als Zufluchtsort diente. Aber auch in späteren Zeiten verlockte der große Höhleneingang stets die unterschiedlichen Kulturen und Zivilisationen dazu, den Ort für ihre jeweiligen Interessen und Bedürfnisse zu gebrauchen. Vor 5.000 Jahren nutzten die Bewohner des Tales das Innere der Höhle als eine Begräbnisstätte. Zur Zeit der römisch-iberischen Epoche verehrten die Menschen hier Götter der Fruchtbarkeit und der Erde.

 

Im 18. Jahrhundert begannen die ersten dokumentierten Expeditionen ins Innere der Höhle. Als 1768 eine Gruppe von Anwohner das Innere der Höhle durchforschte, entdeckten sie Skelettknochen von zwölf Personen. Um den grausigen Fund spannen sich vielerlei Legenden. Angeblich suchte König Ahli Moli samt seinen Schätzen und 150 Haremsdamen die Höhle als Zufluchtsort auf, als er vor dem brutalen Eroberer El Cid Campeador, zu deutsch: der "Alles Vernichtende" floh. Nach der Erzählung blieben sie jedoch dort gefangen und gingen jämmerlich zugrunde. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass es sich um Überreste muslimischer Bauern handelt, die auf der Suche nach einer Quelle, von eindringendem Wasser überrascht wurden.

Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wurden die ersten wissenschaftlichen, archäologischen Ausgrabungen durchgeführt, von H. Breuil (1913-17) und J.J. Senent (1931-33).  Während des spanischen Bürgerkrieges im Jahre 1936 diente die Höhle einem weniger ethischem Zweck, sie wurde als Munitionslager genutzt. Später war sie immer wieder Anziehungspunkt für Neugierige, Wanderer oder der Anwohner der Umgebung, die zum Beispiel oft an den Osterfeiertagen die Höhle aufsuchten. Erst in den sechziger Jahren stattete man den Platz mit der nötigen Infrastruktur aus und gab die Höhle zur Besichtigung frei.

 Den Besucher empfängt beim Betreten des malerischen Höhleneingangs angenehme Ruhe und Abgeschlossenheit. Leise esoterische Hintergrundmusik, gedämpftes Licht und die engen Schluchten lassen Zeit und Raum vergessen und Erinnerungen an die Vergangenheit der Erde und Menschheit anklingen. Bereits nach wenigen Schritten kennzeichnet ein Hinweisschild eine Stelle, an welcher einst prähistorische Knochenreste gefunden worden. Beim Vorwärtsgehen lassen sich immer wieder unterschiedliche Erscheinungsformen entdecken. Stalagmiten und Stalaktiten bieten dem Betrachter ein eindrucksvolles und abwechslungsreiches Bild. Teilweise ragen die Kamine bis zwanzig Meter in die Höhe, an anderen Orten muss man sich dagegen sogar etwas bücken, um vorwärts zu kommen. Nischen und Verzweigungen sind zur besseren Anschaulichkeit beleuchtet. Abseits vom Rummel und der Geschäftigkeit des Tourismus kann die unruhige Seele in dem rund vierhundert Meter langen Gang der Tropfsteinhöhle Erholung und Entspannung finden.

Nach der Besichtigung ist es möglich, in einer kleinen Bar vor dem Eingang einen Erfrischungsdrink zu sich zu nehmen. Im Souvenirladen werden Erinnerungsobjekte angeboten, insbesondere Bergkristalle und nachgemachte Totenköpfe.


Die "Cueva de las Calveras" liegt im südlichen Teil des Gironatales, in 100 Meter Höhe, rund 1,5 Kilometer von dem Ort Benidoleig entfernt. Die Anfahrt von Pedreguer führt durch eine herrliche Landschaft mit seitlichen Berghängen und Orangenplantagen im Tal.

Öffnungszeiten:
Die Höhle ist ganzjährig geöffnet.
Winter: 10 bis 18 Uhr
Sommer: 10 - 20.30 Uhr

Eintrittspreise:
Erwachsene: 3,50 Euro
Kinder: 2 Euro
Rentner: 3 Euro

Adresse:
Carretera de Benidoleig-Pedreguer, km 7
Tel. : 966 404235
 Fax : 966 404393


Cueva del Canelobre


Die Grotte, die einer Kathedrale ähnelt

 Nahe der Ortschaft Busot, etwa 23 Kilometer von Alicante und 39 Kilometer von Benidorm entfernt, liegt in 700 Meter Höhe am nördlichen Hang des Berges Cabezón de Oro die "Cueva del Canelobre". Der Innenraum der Höhle, der mit siebzig Meter Höhe das höchste Höhlengewölbe Spaniens aufweist, ähnelt einer Kathedrale. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich hier bizarre Formen und Figuren gebildet, die die Fantasie anregen und in erster Linie an Kandelaber erinnern. Diese Gebilde gaben der Höhle ihren Namen.

 

 Der heutige Eingangstunnel wurde künstlich aus dem Felsen gehauen. Der ursprüngliche Zugang liegt weiter oben auf der rechten Seite und wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt. Im Inneren empfängt den Besucher eine rund 2.000 Quadratmeter große Grotte mit riesigen Stalagmiten und Stalaktiten. Hier bietet sich ein überwältigender Eindruck, der durch die künstliche Beleuchtung noch verstärkt wird. Das bis zu siebzig Meter hohe Gewölbe und die fantastischen Formen der Tropfsteine erinnern an ein Kirchenschiff. Im Laufe eines Rundgangs entdeckt der Beobachter die vielseitigen und eigentümlichen Formen, die die Felsen im Laufe der Zeit angenommen haben. Aus dem Dunkel tauchen Elefanten, Medusen, Karnevalsmasken und Lüster auf, je nach Art der  Lichtspiegelung und der eigenen Fantasie. Durch die Höhe des Raums weist der Höhlenraum zudem eine erstklassige Akustik auf. Jedes Jahr finden hier deshalb zahlreiche musikalische Veranstaltungen statt. Durch die einmalige Stimmung in dieser sagenhaften Umgebung bleibt den Zuschauern ein unvergessliches Erlebnis.

 Die "Cueva del Canelobre" hat sich in der Jurazeit aus Kalkstein gebildet. Sie weist eine Länge von 150 Meter und bis zu 70 Meter Höhe auf. Die Durchschnittstemperatur im Inneren liegt bei 17 Grad Celsius. Wahrscheinlich wurde die Grotte zum ersten Mal im Jahr 740 von den Muselmanen entdeckt. Während des spanischen Bürgerkriegs wurde die Höhle als Munitionslager und Reparaturwerkstätte für Flugzeugmotoren genutzt. Um die großen Maschinenteile ins Innere transportieren zu können, musste der Eingangstunnel um vierzig Meter verbreitert werden.


Die "Cueva del Canelobre" liegt drei Kilometer von der Ortschaft Busot entfernt. Die Zufahrt führt von der Carretera CV-774 in Richtung Busot-Xixona.
Die Höhle ist ganze Jahr über geöffnet, mit Ausnahme des 1. Januar und 25. Dezember


Öffnungszeiten:
1. Oktober - 20. Juni: 11 - 17.50 Uhr
Osterwoche: 10.30 bis 19.30 Uhr
Rest des Jahres: 10.30 Uhr bis 19.50 Uhr

 Tel.: 96 569 92 50



Cueva del Rull

Eine aktive Tropfsteinhöhle nahe der Ortschaft La Vall d'Ebó

 Eine der schönsten Höhlen im Hinterland, die "Cueva del Rull" der Costa Blanca befindet in der Nähe der Ortschaft La Vall d'Ebó, etwa dreißig Kilometer von Dénia entfernt. Schon die Anfahrt beeindruckt durch atemberaubende Landschaftsbilder, vorbei an den Schluchten "La Canya" und "L´Infern", sowie der "Plana de Pego". Die Höhle selbst besticht durch ihre faszinierenden Formen und farbigen Gestaltungen.

Entdeckt wurde die "Cueva del Rull" im Jahr 1919 durch José Vicente Mengual Más. "Tio Rull" , wie er im Volksmund genannt wurde, war gemeinsam mit seinem Hund auf Kaninchenjagd. Das Opfer verschwand plötzlich in einem Schlupfwinkel, aus dem es nicht mehr wieder auftauchte. Am darauf folgenden Tag kehrte "Tio Rull" wieder an diesen Ort zurück, entfernte einige Steine und entdeckte so den Zugang zu einer großen Höhle.

 Als in den sechziger Jahren der Tourismus in Spanien seinen Aufschwung nahm, kam ihm die Idee, die Tropfsteinhöhle zur Besichtigung freizugeben. Bis 1970 blieb die Höhle geöffnet. Im Jahr 1995 wurde sie von den Erben an die Gemeinde La Vall d'Ebó verkauft. Nach einer gründlichen Verbesserung der Infrastruktur und einer Erweiterung der Sicherheitsvorkehrungen wurde die "Cueva del Rull" am 16. September 1995 wieder für Besucher geöffnet.

Die Temperatur in dem zwanzig Meter hohen und rund 28 Meter breitem Hohlraum unter der Erde bleibt über das ganze Jahr stabil mit einem Wert zwischen 15 und 16 Grad Celsius.  Da es sich bei der Höhle um eine "aktive" Tropfsteinhöhle handelt, ist die Besichtigung ausschließlich mit einem geschulten Führer möglich. Schon die leiseste Berührung der herabhängenden Stalaktiten könnte das Wachstum beeinträchtigen, da die unglaublichen feinen Wasserröhren im Inneren der Steinzapfen schnell verstopfen. Äußerste Vorsicht und Rücksichtsnahme ist also geboten.

 Besonders beeindruckend sind die faszinierenden Gebilde im Höhlenraum, den die Natur hier in Jahrhunderten gebildet hat. Es bleibt der eigenen Fantasie überlassen, welche Formen sich aus diesen Kreationen erkennen lassen.

 

 


Die Zufahrt führt über Pego auf der Carretera CV-712 bis zur Kreuzung in Richtung La Vall d'Ebo. Etwa 1,5 Kilometer nach der Ortsdurchfahrt in Richtung La Vall d'Alcalá befindet sich der Eingang zur Höhle "Cueva del Rull".

Die Höhle ist ganze Jahr über geöffnet, mit Ausnahme des 1. Januar und 25. Dezember

Öffnungszeiten:
April bis September: 10.30 - 20.30 Uhr
November bis Februar: 11 - 17 Uhr
März bis Oktober: 11 Uhr bis 18.30 Uhr

Eintrittspreise:
Erwachsene: 3,61 Euro
Kinder: 2,40 Euro
Rentner: 2,40 Euro

Tel.:965 571413/966 400525
 Fax: 965 572672


 

 

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