| Tomatenschlacht: "Tomatina" |
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Ganze Lastwagen vollbeladen mit Tomaten werden angefahren
In Buñol, im Hinterland der Costa Blanca, wird seit über sechzig Jahren die "Tomatina", eine riesige Tomatenschlacht veranstaltet. Jedes Jahr am letzten Mittwoch im August beginnt im Zentrum des Ortes pünktlich um elf Uhr vormittags das Getümmel. Lastwagen karren bis zu 120 Tonnen Wurfgeschosse, sprich überreife Tomaten, an. Ein Böllerschuss verkündet den Beginn der Schlacht.
Heiß geht es her in der Schlacht. Regeln sorgen zwar dafür, dass niemand ernstlich verletzt wird, aber drücken gilt nicht. Wer meint, er könne mit einigermaßen sauberem T-Shirt wieder nach Hause fahren, der irrt. Verzagte werden erst Recht mit dem zerquetschten Gemüse beworfen. Aber, wenn man von der völlig verfleckten Kleidung einmal absieht, das Ganze ist ein Riesenspaß und bereitet allen Beteiligten helle Freude. Es gibt ja, zumindest für Männer, auch die Möglichkeit, sich zumindest des Oberteils zu entledigen. Wer sagt da noch, Tomaten seien nur für den Salat gut?
Über den Ursprung dieser vergnüglichen Tomatenschlacht gibt es viele unterschiedliche Versionen. Die einen behaupten, es sei aus einer Anti-Franco Demonstration im Jahre 1944 entstanden. Andere erzählen, die Lebensmittelknappheit im zweiten Weltkrieg habe zu einem Nachbarschaftsstreit geführt. Eine weitere Version berichtet, Jugendliche hätten in den 50iger Jahren einen Straßenmusikanten geärgert, der sich daraufhin mit überreifen Tomaten zur Wehr gesetzt und somit die erste Schlacht ausgelöst habe. Wieder andere sind davon überzeugt, die Schlacht habe das erste Mal bei einem Festumzug mit Riesen und großköpfigen Zwergen stattgefunden. Eine Gruppe von Jugendlichen, denen die Teilnahme versagt wurde, begann damit, die Verkleideten mit Tomaten von einem in der Nähe befindlichen Gemüsestand zu bewerfen. Und schon entstand die erste Schlacht.
Informationen in Spanisch, Englisch und Französisch, eine Bildergalerie und Videos finden Sie auf der Seite www.latomatina.es
Bildquelle: Tourismusbüro Valencia |





Tomaten, eine köstliche rote Frucht, die gerade während der Sommerzeit fast jedem mundet. Aber wer käme auf die Idee, Tomaten als Munition zu benutzen? Nun, bei spanischen Fiestas ist fast alles möglich...
Und schon geht's los! Tausende von jungen Menschen bewerfen sich mit den überreifen Früchten. Da kommt Freude auf. Nicht nur die Kämpfer sind recht bald überströmt vom "Tomatenblut", die ganze Stadt ist schnell mit einem Tuch aus roter Farbe bedeckt und am Schluss kann man knietief durch Tomatenmatsch waten.
Die lustige Tomatenschlacht bleibt mit Sicherheit jedem, der einmal an dem wilden Kampfgetümmel teilgenommen hat, in reger Erinnerung. Das Fest gehört zu den außergewöhnlichten Fiestas in Spanien und ist mittlerweile in der ganzen Welt bekannt. Fernsehsender aus unterschiedlichen Ländern reisen extra nach Buñol, um in ihrer Heimat live von dem einzigartigen, fröhlichen Schauspiel zu berichten. Im Jahr 2002 wurde die Tomatina deshalb in Spanien auch zum Fest von Nationalem Touristischem Interesse erklärt.
Wie auch immer, das Schauspiel wurde Jahr für Jahr wiederholt. Im Laufe der Zeit wurde das Fest zu einer kolossalen Attraktion, die immer mehr Menschen in ihren Bann zog. Die Fiesta gehört zu einer der wenigen in Spanien, die keinen religiösen Hintergrund haben. Allerdings muss man berichtigend darauf hinweisen, dass sie eigentlich nur ein Bestandteil der Patronatsfiesta in Buñol ist, und diese ist dem Heiligen Sant Lluis Bertrán und der Heiligen Jungfrau Mare de Déu dels Desemparats gewidmet.

