| Todbringende Gefahr für Palmen: Picudo rojo |
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Der Rüsselkäfer Rhynchophorus ferrugineus bedroht Palmenbestände an der Costa Blanca![]() Rhynchophorus ferrugineus Beim Rhynchophorus ferrugineus handelt es sich um einen 3,0 bis 3,5 Zentimeter langen Rüsselkäfer, der ursprünglich aus Südostasien stammt und sich seit 2004 im Mittelmeerraum, in Südspanien und auch im Land Valencia ausbreitet. Wegen seiner rötlichen Farbe wird der Rhynchophorus ferrugineus in Spanien umgangssprachlich Picudo rojo genannt. Bis zu acht Kilometer fliegen die Rüsselkäfer, um eine Palme ihrer Wahl zu finden. Dabei werden sie von dem Saft angelockt, der beim Palmschnitt austritt. Deshalb ist beim Palmwedelschnitt äußerste Vorsicht geboten. Da der Picudo rojo seine zerstörerische Tätigkeit in erster Linie in den Monaten April bis November ausübt, sollte nach Möglichkeit im Frühjahr und Sommer ein intensiver Schnitt vermieden werden. Eine bereits infizierte Palme darf überhaupt nicht mehr beschnitten werden. Rund 200 Eier legen die Käferweibchen an jungen Blattwedeln, Schnittstellen oder auch am Stammgrund ab. Die Larven graben sich dann ins Innere der Palmtriebe. Diese Larven, so genannte Sagowürmer, hausen versteckt im Stamm und fressen sich durch meterlange Gänge. Erkennbar sind sie an ihrem dicken, cremefarbenen Körper und ihrem kastanienbraunen Kopf. Ist der Befall erstmal von außen sichtbar, ist die Palme in der Regel nicht mehr zu retten. Der Stamm verfault von innen und die Krone entblättert sich. Eine frühzeitige Erkennung ist daher äußerst wichtig. Wegen der Gefahr einer weiteren Ausbreitung, sind Befall oder Befallsverdacht meldepflichtig. Bedroht sind Bäume, deren Stamm am Fuß einen Durchmesser von mindestens fünf Zentimeter aufweist. Sägemehl am Boden, Austrittslöcher am Stamm oder das Verfärben der sonst saftig grünen Blätter in fahles Stroh können Anzeichen dafür sein, dass sich die Larven in die Palme eingenistet haben. Bei Verdacht auf einen Befall des Picudo rojo sollte man sich zunächst mit einer Gärtnerei in Verbindung setzen. Scheint der Verdacht gerechtfertigt, muss der Servicio Sanidad Vegetal oder das Umweltamt der Gemeindeverwaltung informiert werden. Daraufhin wird die Palme von einem Experten gründlich untersucht. Beim Fressen verursachen die Larven Geräusche, die mit bioakustischen Geräten von außen am Stamm aufgenommen werden können. Wird tatsächlich ein Befall festgestellt, wird der Baum ausgegraben, verkleinert und verbrannt. Nur bei sehr frühzeitiger Erkennung ist unter Umständen eine Rettung der Pflanze noch möglich. Nach Verordnung der valenzianischen Regierung ist das Fällen für den Besitzer kostenlos. Im Gegenteil, er erhält eine kleine Entschädigung für den Verlust der Palme. Nach Feststellung eines Befalls werden zur Sicherheit alle Palmen in einem Radius von rund einem Kilometer ebenfalls untersucht. Wegen der bedrohlichen Gefahr erstellte das Landwirtschaftministerium von Valencia im Jahr 2005 einen Rettungsplan mit einem Budget von jährlich 6 Millionen Euro. Die Landwirtschaftsämter der Provinzen, der Servicio de Sanidad Vegetal und öffentliche Vertragsfirmen sind mit der Überwachung beauftragt. Zur Bekämpfung werden in einzelnen Monaten unterschiedliche Chemikalien eingesetzt. Zudem gibt es eine Quarantäne für importierte Palmen. |







